Klimaherbst

Veranstaltungsreihe zum Klimawandel in München

Lade Veranstaltungen

Wald und Klimakrise: Waldsterben 4.0

15. Dezember, 19:0021:00 Uhr

Ein Vortrag zur Rolle des Waldes beim Klimaschutz

Wie hoch ist der Beitrag des globalen Waldes, CO2 zu speichern – und damit der Klimakrise entgegenzuwirken? Würde eine Billion Bäume helfen, die Klimakrise zu reduzieren?

Wie stehen dem Schäden durch Erderhitzung, Trockenheit, Unwetter entgegen und welche Rolle spielt der Mensch dabei? In Amazonien und Asien werden Wälder abgeholzt; in Polen findet Raubbau in Naturschutz-Wäldern statt und die EU ist Importweltmeister von Soja und Palmöl zulasten Waldrodung in Südost-Asien und Südamerika. Und auch Deutschland ist kein Vorbild, denn hier gibt es nur geringflächige Naturparks und Wälder und einen mangelhafter Waldumbau.

Referent: Prof. Hubert Weiger, Ehrenpräsident BUND

Anmeldung auf der angegebenen Website. C

Weitere Informationen:

Den Wäldern geht es immer schlechter in den letzten Jahrzehnten, jeder fünfte Baum in Deutschland ist geschädigt: Trockenheit, industrielle Forstwirtschaft, Stickstoffeinträge, mangelhafter Waldumbau; deutliches Verfehlen der zugesagten Waldflächenanteile durch Naturparks und der Wald-Erhaltungsziele. Deutschlands aktiver Beitrag zur Reduzierung der Erdüberhitzung mittels Wald: Gering.

Die Europäische Gemeinschaft wollte Mitte 2020 ihre Waldstrategie überarbeiten; hat aber zum Überspringen des Interessens-Spagats noch nicht mal angesetzt, zwischen Wald-Nutzung für Baumaterial und Erneuerbare Energien (auch mit Raubbau in polnischen Urwäldern) und Wald als wesentlichem Klima-Baustein zur Zielerreichung „Klimaneutralität 2050“. Tropenholzabbau für Ölpalmen, Kaffee, Soja für europäisch Konsumprodukte – Nutzung von 20% der weltweiten Waldflächen für 7% der Weltbevölkerung? Kein ernstes europäisches (Klima-)Thema.

Und weltweit? Bis 40% des Holzeinschlags sind illegal. Wegen Waldrodung für Nutzpflanzenanbau wie in Amazonien oder „natürlich“ durch Erderhitzung und Trockenheit wie auf der südöstlichen Seite des Globus – auch menschengemacht: Riesige Brandwunden durch 45.000 Brände in Südamerika 2019, Waldbrände ein Australien und Sibirien in bislang unvorstellbaren Größenordnungen. Die Wissenschaft sagt, dass die Wälder die durch Brände freigesetzten Mengen an CO2 nicht mehr absorbieren kann.

Doch Hilfe naht (?): Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar 2020 wurde das US-Programm „1 Billion Bäume“ vorgestellt. Was erwartungsgemäß zur heftigen Diskussion führt, ob großflächige (und wirtschaftsdominierte) Aufforstung eine Möglichkeit ist, durch CO2-Senkung mittels Wald die Erderhitzung zu mildern, wo überhaupt neue Bäume auf riesigen (ungenutzten?) Flächen gepflanzt werden könnten, was das bringt als „Wunderwaffe“ gegenüber nicht-reduzierte CO2-Emissionen bei Industrie und Verkehr….

Zum Referenten:

Prof. Dr. Hubert Weiger, studierter Forstwirt mit Forstwirtschaftlichem Staatsexamen (TU München, ETH Zürich). Seit 1973 im „BUND Naturschutz Bayern e.V.“,  seit 2019 Ehrenvorsitzender.
Autor von über 600 Veröffentlichungen, Träger vielfältigster Preise und Auszeichnungen, Mitglied in vielen ökologischen und gesellschaftspolitischen Verbänden und Vereinigungen. U.a. Mitglied des wissenschaftlichen Beirats für Waldpolitik beim BMELV und des Rates für Nachhaltige Entwicklung.

Details

Datum:
15. Dezember
Zeit:
19:00–21:00
Veranstaltungskategorie:
Website:
https://oekom-verein.de/veranstaltung/prof-dr-hubert-weiger-wald-und-klimakrise-waldsterben-4-0/

Veranstaltungsort

Online

Veranstalter

BN Naturschutz Bayern eV, oekom eV, Umwelt-Akademie eV, fossil free, FrudaysForFuture
Top
Klimaherbst