Klimaherbst

Veranstaltungsreihe zum Klimawandel in München

Team

Der 14. Münchner Klimaherbst beschäftigt sich mit dem Thema der sozial-ökologischen Transformation.

MARIA WEISE

Maria ist Projektleitung des Münchner Klimaherbst.
maria.weise@klimaherbst.de
phone: (089) 552 846 23
handy: 0176 34 66 77 25

 

 

 

Mein persönlicher Systemwandel wurde durch eine Abfolge von Ereignissen in meinem Leben angestoßen, die wichtigsten darunter waren sicherlich: die Geburt meines Kindes und der Tod meines Opas.

Nach der Geburt meines Sohnes begann ich alles, was ich in meinem Leben tat und bewirkte, einer Prüfung zu unterziehen und zu hinterfragen: Bin ich mit meinem Handeln ein Vorbild? Trage ich zu einer Welt bei, von der ich möchte, dass mein Kind sie bewohnt? Welche Rolle spielt meine Arbeit in diesem Zusammenhang? Ich war zu der Zeit Regieassistentin am Theater und unglücklich. Einerseits, weil mir dort die Möglichkeit positive Veränderungen zu bewirken so klein schien, andererseits, weil das Theater auch ein System repräsentierte, in dem ich mich nicht wohl fühlte – aber das ist eine andere Geschichte.

Nach dem Tod meines Opas, was circa zwei Jahre nach der Geburt meines Kindes war, erinnerte ich mich, was mich mit ihm verbunden hatte und weswegen er mir so fehlte. Und da war vor allem unsere gemeinsame Zeit in der Natur, an die ich mich erinnerte. Mein Opa hat mir ziemlich viel über Tiere und Pflanzen beigebracht, worauf ich heute noch aufbauen konnte. Er war Lehrer, aber eigentlich wollte er Förster werden. Das war nach dem Krieg und im besetzten Ostdeutschland nicht möglich.

Ich habe aber alle Möglichkeiten zu tun, was ich möchte und das Leben zu leben, dass mir richtig und sinnvoll erscheint und das tue ich, indem ich beim Klimaherbst arbeite und versuche ein Vorbild für mein Kind zu sein.


HELENA GEISSLER

 

Helena ist Klimaschutzreferentin des Netzwerk Klimaherbst e.V.
helena.geissler@klimaherbst.de
phone: (089) 552 846 23
handy: 0172 86 30 399

 

 

 

 

Mein persönlicher Systemwandel ist gar kein einzelner Moment, den ich genau benennen könnte, sondern eher eine langsame Transformation, die gefühlt schon mein ganzes Leben lang andauert. Mir waren Natur und Umwelt schon als Kind wichtig. Als wir in der Schule zum Beispiel über Strom sparen gelernt haben, habe ich danach meine ganze Familie damit auf Trab gehalten, weil immer das Licht in allen Räumen ausgestellt werden musste, in denen sich niemand befand (auch wenn es nur ganz kurz war).

Und so sind über die Jahre mit allem, was ich so über Umwelt und Klimawandel gelernt und auch persönlich erlebt habe, immer mehr Punkte dazu gekommen: irgendwann habe ich aufgehört Fleisch zu essen, beschlossen nur noch so wenig wie möglich Auto zu fahren und zu fliegen, ich versuche möglichst wenig Verpackungsmüll zu verursachen, kaufe möglichst viel Second Hand oder fair Produziertes, etc. Oftmals waren es Freunde oder andere Vorbilder, die mich durch ihr eigenes Verhalten in bestimmten Bereichen zum Nachdenken gebracht haben, woraufhin sich bei mir eine Veränderung eingestellt hat. Und so versuche ich immer noch ein bisschen besser zu werden und auch für andere eine Inspiration zu sein.

Allerdings ist auch klar: wir können nicht auf individueller Ebene alle Probleme lösen. Hier sind die Politik und die Gesellschaft als Ganzes gefragt. Und deswegen ist für mich Einmischen auf politischer Ebene besonders wichtig, damit wir irgendwann in dieser besseren, ökologisch-sozial gerechten Zukunft leben, von der wahrscheinlich viele von uns träumen.


SUSANNE SEELING 

 

Susanne ist für Fördermittel und Finanzen des Vereins zuständig.
susanne.seeling@klimaherbst.de

 

 

 

 

 

Mein radikalster “Systemwandel” oder auch ganz persönlicher Paradigmenwechsel geschah auf der griechischen Insel Lesbos vor ziemlich genau 10 Jahren. Damals hatte ich dort einen Ferienjob als Kinderbetreuung in einem Hotel und hatte ehrlich gesagt eine sehr entspannte und schöne Zeit mit bestem griechischen Essen und einer enormen Gastfreundschaft!

Was mich meine dortige Tätigkeit, meinen Aufenthalt und sogar mein ganzes Leben in Frage stellen ließ, war die Begegnung mit Geflüchteten, vor allem Kindern aus Afghanistan, die nach sicher schrecklichen Fluchterfahrungen endlich in Europa angekommen waren. Mit ihnen zu reden und die – leider damals schon furchtbare – Situation auf Lesbos kennenzulernen stürzte mich in eine tiefe Sinnkrise: “Was mache ich hier eigentlich?” war eine Frage, die mich nicht mehr losließ. Seitdem setze ich mich ein für Menschenrechte –
weltweit und für alle, egal woher.

Seitdem versuche ich mein Wissen über globale Zusammenhänge (das ich mir zugegebenermaßen erst erarbeiten musste!) in der politischen Bildungsarbeit weiterzugeben. Und seitdem versuche ich auch, immer mehr ein Leben zu führen, das andere Menschen, Tiere und die ganze Umwelt schützt oder zumindest möglichst wenig Schaden zufügt. Das ist oft anstrengend und es gibt nicht immer den einen, “richtigen” Weg. Aber wenn ich kurz davor bin aufzugeben, erinnere ich mich an den 8-jährigen Afghanen, der seit 2 Jahren von seiner Familie getrennt und unterwegs nach Europa war und zu meinem persönlichen Systemwandel geführt hat…


HELENA KARGL

 

Helena Nummer 2 ist Praktikantin beim Münchner Klimaherbst 2020
helena.kargl@klimaherbst.de

Mein persönlicher Systemwandel beginnt nicht wirklich an einem bestimmten Zeitpunkt in meinem Leben. Vielmehr erlebe ich seit ich denken kann Schlüsselmomente die mich dazu bewegen mein eigenes Handeln und meine Einstellung zu ändern. Da ich mit 7 Jahren bei den Pfadfindern angefangen habe, wurde meine Haltung schon sehr früh in Richtung Klima und Umwelt beeinflusst. Wenn ich aber einen Moment als wirklich ausschlaggebenden Punkt benennen müsste, wäre das ein Gespräch mit den Freunden von meiner Oma.

Ich war zum Frühstück eingeladen und habe verneint als ich gefragt wurde, ob ich auch etwas von der Wurst will. Es sei ja noch so viel da. Als ich dann erklärt habe, dass ich kein Fleisch mehr esse sondern Vegetarierin sein möchte, stieß ich natürlich erst ein mal auf fragende Mienen. Die typischen Punkte, dass man doch Fleisch unbedingt wegen des Eiweiß brauche und dass es ungesund sei, hatte ich schnell abgehandelt und sie haben sogar verstanden, dass es völlig unbedenklich sein kann, sich vegetarisch zu ernähren. Der interessante Punkt an diesem Gespräch ist aber eigentlich meine eigene Begründung und die Reaktion der Freunde meiner Oma. Ich habe erklärt, dass ich vegetarisch leben möchte, weil das für mich ein leichter Hebel ist um die Umwelt ein bisschen mehr zu schützen. Daraufhin meinte eine der älteren Damen “Das finde ich wirklich sehr gut, dass du dich darum kümmern möchtest und, dass dir das so wichtig ist, schließlich lebst du ja noch viel länger als wir auf diesem Planeten. Aber wir können da ja eh nichts mehr ausrichten. Uns betrifft das nicht.”

Und eben hier war mir klar, dass nicht nur mein eigenes Handeln wahnsinnig wichtig ist, sondern viel mehr noch das Verständnis von Menschen zu erlangen, die das was ich sehen kann, noch lange nicht sehen können oder wollen.

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