Klimaherbst

Karaffe statt Flasche – Unsere Umwelt liebt Leitungswasser


Vor 50 Jahren lief niemand mit einer Wasserflasche durch die Straßen, kaufte sich ein Erfrischungsgetränk am Kiosk oder einen Coffee-to-go im Cafe an der Ecke. Die To-Go-Mentalität hat das alles in wenigen Jahren geändert. Heutzutage werden pro Minute weltweit eine Millionen Plastikflaschen gekauft. Bis 2020 soll sich der Konsum von abgefülltem Wasser auf 600 Milliarden Liter weltweit verdoppeln.

Was macht das Netzwerk Klimaherbst dagegen?

Neben unseren zahlreichen Tätigkeiten, dem Engagement und Kooperationen im Klimaschutz und gegen Umweltverschmutzung sind wir Mitglied im Netzwerk von Refill München. Als Verteilerstation erhälten Mitmachwillige bei uns Aufkleber, Poster und Infomaterial.

In allen Cafès, Bars, Restaurants und Shops mit dem “Refill-Station” Aufkleber am Fenster kann man sich kostenfrei Leitugswasser in das mitgerbachte Gefäß abfüllen lassen. Und das nun auch bei uns im Büro. Und warum? Wir machen das für eine saubere, plastikärmere und gemeinschaftlichere Gesellschaft und Umwelt.

Denn…

viel Trinken ist Teil eines gesunden und aktiven Lebensstils. Es gibt jedoch ein Problem: die Plastikflasche. Plastikflaschen werden auf Erdölbasis hergestellt: 100ml Erdöl wird für die Produktion einer einzigen Plastikflasche benötigt. Nicht nur die Produktion stellt eine Bedrohung für die Umwelt dar, auch die Entsorgung ist eine enorme Belastung. Wird Plastik verbrannt, entstehen giftige Dämpfe, auf Mülldeponien gelangen giftige Chemikalien durch Regen in den Boden. In Deutschland werden bereits 93% der PET-Flaschen recycelt. Klingt erst einmal gut. Jedoch werden nur aus einem Viertel der recycelten Flaschen neue Flaschen hergestellt. Der Rest wird zu minderwertigen Kunststoffen verarbeitet, was wiederum nicht recycelt werden kann. Und immer noch landen hierzulande und weltweit Plastikflaschen in der Landschaft und im Meer. Das Problem hier: Plastik verrottet nicht bzw. sehr langsam! Berechnungen haben ergeben, dass es rund 450 Jahre dauert, bis sich Plastik im Meer zersetzt. Bewiesen werden konnte das in der Praxis bislang noch nicht, da es den Kunststoff erst seit etwa 100 Jahren gibt.

Quelle: https://pixabay.com/de/flaschen-dump-schwimmend-m%C3%BCll-87342/

Wind, Wellen und Strömungen verteilen das Plastik, welches sich dann in subtropischen Wirbeln sammelt. Fünf große Plastikwirbel gibt es in den Ozeanen, die jeweils Unmengen an Plastikmüll mit sich führen. Der größte Strudel ist der Great Pacific Garbage Patch im Nordpazifik – in etwa so groß wie die Fläche Mitteleuropas. Und erst kürzlich haben Wissenschaftler einen neuen Plastikwirbel vor den Küsten von Chile und Peru entdeckt, der größer als ganz Mexiko sein soll.

Die Kombination aus Wellen, Salz und Sonne zersetzt das Plastik in winzige Plastikteilchen, dem sogenannten Mikroplastik. Dieses wird dann wiederum von Krebsen und Fischen – und über die Nahrungskette – von Vögeln und Robben aufgenommen. Und so landet es letztendlich dann auch auf unseren Tellern und in den menschlichen Körper.

Plastik bedroht unsere Umwelt. Was wir tun können? Müll vermeiden und auf Wasser aus Plastikflaschen verzichten. Was wir damit alles Gutes für die Umwelt tun und noch mehr Zusammenhänge rund um das Geschäft mit dem Wasser zeigt die Infografik unten.

Das Geschäft mit dem Wasser

 

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